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Ultratrail Training in der Nacht – sinnvoll oder nicht?

Bei einer Ultrawanderung oder einem Ultralauf bist du je nach Distanz auch nachts unterwegs. Daher hast du dir vielleicht auch schon die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, in der Nacht zu trainieren und vielleicht auch eine ganze Nacht durchzuwandern oder zu laufen. Was du beim Nachttraining beachten solltest sowie meine Empfehlungen und Tipps von zahlreichen Nachtwanderungen und -läufen gibt es in diesem Artikel:

Ausrüstung vor dem Wettbewerb testen

Vor deinem Ultra solltest du auf jeden Fall deine Ausrüstung vorab testen. Das gilt vor allem für die Stirnlampe(n). Am besten hast du nicht nur eine dabei, sondern mindestens eine Ersatzstirnlampe sowie Ersatzakkus bzw. Batterien. Ich nutze seit Jahren die Actik Core Stirnlampe von Petzl, da der Akku schnell wieder aufgeladen ist, ich die Stirnlampe aber in der Zwischenzeit mit Batterien nutzen kann.

Um zu testen, wie lange deine Stirnlampe durchhält, musst du aber nicht unbedingt nachts unterwegs sein. Tipp: Viele Profis lassen die Stirnlampe einige Tage vor ihrem Lauf einfach tagsüber an und notieren sich, wie lange die Lampe in welchem Modus hält.

Ängste überwinden: Nachts (allein) unterwegs sein

Nachts in der Natur unterwegs sein kann am Anfang gruselig sein. Vor allem wenn man wie ich, als Teenager zu viele Horrorfilme geschaut hat. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich schon vor einem Ultrawettbewerb dieser Angst zu stellen. Zudem trainierst du so auch, wie du dich in der Nacht fortbewegst und wie dich deine Stirnlampe oder zum Beispiel Stöcke unterstützen können.

Falls es dir zu gruselig ist, alleine unterwegs zu sein: Frage Freundinnen oder Freunde, ob sie mitkommen. Mittlerweile bin ich auch nachts häufig alleine unterwegs. Manchmal hab ich dabei schon auch kleine Ängste, aber weiß, dass es eigentlich keine Gründe gibt. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit für Frauen deutlich höher, von einem Partner oder Familienmitglied umgebracht zu werden, als nachts in der Natur durch ein Tier oder den Mörder mit der Axt umzukommen.

An die Natur und Tiere denken

Viele Tiere in der Natur und in den Bergen sind nachtaktiv. Daher trainiere am besten nicht in Naturschutzgebieten und informiere dich vor deinem Training, ob es Einschränkungen gibt. Wenn du nachts unterwegs bist, versuche möglichst leise zu sein (solange du nicht im Bärengebiet unterwegs bist). Am besten gehst du alleine oder in einer kleinen Gruppe. Achte auch bei deiner Stirnlampe darauf, dass du sie nicht auf der vollsten Stufe hast, soweit es das Gelände zulässt.

Den eigenen Körper kennen

Wer Nachtschichten arbeitet, ab und zu mal die Nächte durchfeiert oder schon mal Jetlag hatte, kennt es: am nächsten Tag ist man häufig zu nichts zu gebrauchen und braucht mindestens den ganzen Tag, um sich wieder zu erholen. Überlege dir daher, ob du wirklich eine komplette Nacht durchlaufen bzw. wandern willst und das deinem Körper und deinen Mitmenschen antun willst.

Startzeit deines Wettbewerbs simulieren

Je nachdem ob dein Ultrawettbewerb früh am morgen oder eher am Abend startet: Führe mindestens eine Trainingseinheit zu einer ähnlichen Startzeit. Und teste dabei am besten auch deine Ernährungsstrategie. Schreib dir am besten auf, wie lange du vor dem Start etwas gegessen hast, wie du dich fühlst, was du gegessen hast etc. So kannst du das Ganze für deinen Wettbewerb optimieren.

Die nächtliche Ruhe genießen

Was meiner Meinung nach unbedingt für Training in der Nacht bzw. spät am Abend oder früh am Morgen spricht, ist die Ruhe und die tollen Momente. Falls du schon mal einen Sonnenaufgang oder Untergang auf einem Berggipfel genießen konntest, weißt du vielleicht, wovon ich spreche. Diese Zeit ist einfach unbeschreiblich schön und selbst viele Profis berichten davon, dass vor allem der Sonnenaufgang in ihren Rennen immer ein ganz besonderer Moment ist.

Falls es dein Zeitplan zulässt, kannst du dein Nachttraining auch auf besondere Nächte legen. Bei Vollmond brauchst du häufig gar keine Stirnlampe und bist ganz natürlich unterwegs. Oder du suchst dir Nächte raus, bei denen du in den Pausen Sternschnuppen beobachten kannst. Zur Sommersonnwende gibt es in vielen Gegenden Feuer auf Berggipfeln.

Hier gibt es noch ein paar Fotos von meinen Nachtwanderungen zur Inspiration:

Sonnenaufgangswanderung in Washington, USA
Garmisch-Partenkirchen Nachtwanderung
Izzy kurz vor der Hütte

Fazit:

Vor einem Ultra macht es auf jeden Fall Sinn, auch mal im Dunkeln unterwegs zu sein. So kannst du deine Ausrüstung testen und dich an die Dunkelheit gewöhnen. Dafür musst du aber nicht unbedingt die ganze Nacht unterwegs sein. Lege Trainingseinheiten mal auf den frühen Morgen oder plane ein, dass du bis es Dunkel wird unterwegs bist. Achte dabei aber auf deine Umwelt und trainiere nachts am besten nicht in Naturschutzgebieten. Den Sonnenauf- bzw. untergang in der Natur zu erleben, ist etwas ganz besonderes. Selbst Profis berichten häufig davon, dass diese Zeiten häufig das Highlight ihrer Wettbewerbe sind. Du kannst dein Training auch auf besondere Nächte legen, an denen zum Beispiel Vollmond ist oder du besonders gut Sternschnuppen sehen kannst.

Mehr zum Thema Nachttraining kannst du auch in dieser Podcastfolge von „Höhenmeter pro Kilometer“, dem Trailrunningpodcast von 2 Profiläuferinnen, nachhören. Zum Podcast.

Du willst fit werden für deinen Ultra? Erfahre mehr über die Trainingsmöglichkeiten bei Bergnomadin:

Passende Trainingspläne von Bergnomadin:

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